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Info
Länge: 9'32"
Stil: New Age Ambient
Ensemble: Electronica, Band, Orchester, Chor, E-Gitarre
Klangquelle: Synth, Samples, Gesang, E-Gitarren
Aufnahmegerät: Computer
Gemastert von: Simon Allert
Die Geschichte
"Be water, my friend"
Das Zitat ist von (wer hat es erraten?): Bruce Lee.
Der Kerl hat mich von Kindesbeinen an begleitet und begeistert mich noch heute. Er war bekanntlich ja nicht nur der Gründer eines eigenen Kung-Fu Kampfstils ("Jeet Kun Do"), sondern auch ein für mich bedeutender Denker.
Nach einer Verletzung war er gezwungen, für einige Zeit seinen Körper zu schonen. In dieser Zeit wurden ihm einige Dinge klar, die später entscheidend für seinen neuen Stil waren:
"Be water, my friend"
Sei flexibel wie Wasser. Passe Dich Deinem Feind an.
Sei flexibel.
Man kennt ja schon von anderen Stücken von mir, dass da so jede Menge Stile zusammenkommen: Heavy Metal, Filmmusik, Klassik, SID Musik, Pop/Rock, und wer weiß was noch. Musikstile sind für mich nicht wichtig, für mich sind sie nur ein anderer Pinsel, mit dem man malen kann. Insofern kann ich "Be water, my friend" nur bestätigen: Lasst uns die Stile vergessen und uns der Musik an sich widmen. Lasst uns flexibel sein.
"To express oneself honestly,
not lying to oneself,
that, my friend,
is very hard to do."
Bruce Lees Philosophie war: Finde Deinen eigenen Stil, auch wenn es der schwierigere Weg ist.
Er war bereits ein Experte in Kung-Fu als er begann, seinen eigenen Stil mit dieser Philosophie zu entwickeln. Und er gab es auch genauso an seine Schüler weiter. Sie sollten ihn nicht etwa imitieren, sondern er half seinen Schülern, selber ihren ganz persönlichen Stil zu finden.
In der Musik ist das m.E. ähnlich.
Ich kenne die Regeln, um einen Hitsong zu schreiben: 3min lang, Refrain nach der ersten Minute, leicht überraschende Wendungen, nicht zu komplex, usw. Doch mir ist es immer wichtig gewesen, gleichgültig wie unpopulär ich meine Musik damit auch mache, mich möglichst ehrlich auszudrücken. Oder wie Bruce es sagt: "to express oneself honestly."
Zur Musik
Dieses Stück steht zwar schon in gewisser Hinsicht in meiner Tradition: sehr langes Stück; ruhiger, schöner Mittelteil; weite Räume und symphonische Akzente.
Aber in anderer Hinsicht ist es neu für mich: es ist aufbauend fröhlich; deutlich schneller als alles, was ich in letzter Zeit gemacht habe; benutzt viele Live Elemente wie Gitarren und Gesang; hat jede Menge Power und Drive.
Vom Harmonischen war es sehr lehrreich, denn das ganze Stück von Anfang bis Ende ist ein Kontrapunkt, der aus zwei Linien besteht (plus Bass). Ich bin doch gerade so kontrapunktbegeistert.
Neu ist auch, dass ich einen ganzen Haufen E-Gitarren im Stück versteckt habe, müssen ja nicht unbedingt auffallen, sollen ja nur ein bisschen Farbe geben. Hat mal wieder Spaß gemacht, etwas Gitarre zu spielen.
Und wer genau hinhört, merkt, dass beim Männerchor einer nicht so ganz richtig mitbrummt: Ja. Das bin ich.